Facebook Watch – Das YouTube des sozialen Netzwerks

Das nächste Level der Internetinhalte sind Videos. Neu ist diese Erkenntnis nicht, sondern eine fortschreitende Entwicklung die durch YouTube oder dem Facebook Newsfeed verstärkt wurden. Statt ellenlange Texte zu lesen schauen Nutzer lieber kurze und ansprechende Videos, die idealerweise die gleiche Botschaft transportieren. Und da Videos ungeahnte Möglichkeiten bieten, auch was Werbeeinnahmen angeht, startet nun auch Facebook sein eigenes Videoportal. Es heißt Facebook Watch.

Noch ist Facebook Watch nicht ausgerollt. Der Dienst startet zunächst in den USA nur für ausgewählte Nutzer. Später soll Watch auf allen Geräten laufen, mobil wie auf dem Desktop, und als weiterer Tab links aufgeführt werden. Die Videos enthalten von Facebook selbst produzierte Shows sowie Sendungen von Doku-Kanälen oder der Major League Baseball. Und wie es sich für Facebook gehört, bekommt der Nutzer nur jene Videos zu sehen, die seinen Gewohnheiten entsprechen oder die seine Freunde bereits gemocht haben.

Mit Watch verfolgt Facebook das Ziel noch höhere Werbeeinnahmen zu erzielen. Nicht nur werden, eventuell dem Beispiel YouTube’s folgend, kurze Werbespots in den Videos erscheinen. Allein durch das „interessantere“ Angebot dürften die Nutzer viel mehr Zeit auf der Plattform verbringen. Auch das generiert höhere Einnahmen, sehen die Nutzer deutlich mehr Werbung als jetzt. Denn mehr Wachstum ist aus dem sozialen Netzwerk alleine nicht mehr rauszuholen. Die Sättigung im Newsfeed ist lange erreicht, weshalb die Eröffnung eines Videodienstes der nächste logische Schritt war. Die Frage war nur wie Facebook das anstellt. Und jetzt, wo wir es wissen, lautet die Frage, wie erfolgreich Watch sein wird. Das dürfte sehr von den angebotenen Inhalten abhängen. Aber mit zwei Milliarden Menschen als Nutzer dürfte nicht viel falsch laufen.

Wer auch immer ein Video für Facebook Watch erstellt, behält 55% der Einnahmen durch geschaltete Werbung. Facebook selbst heimst die übrigen 45% ein. Die genauen Konditionen sowie Inhalte-Ersteller sind noch nicht bekannt. Ob es ein lukrativerer Deal als auf YouTube ist, müssen die Videoproduzenten herausfinden.

Um sich als frischgebackener Nutzer von Watch zurechtzufinden, gibt es allerlei Kategorien. Eine von ihnen etwa heißt „Was Freunde schauen“ und eine andere „Meistdiskutiert“ oder „Was bringt Leute zum Lachen“. Die Videos landen in den entsprechenden Kategorien je nach häufigster Reaktion. Beim letztgenannten landen also alle Videos, auf die mit „Haha“ reagiert wurde. Wann genau Facebook Watch auch hierzulande startet ist noch unklar. Dass der Dienst kommt, ist mehr als sicher.

Bild: theverge.com

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