iPhone Performance – Apple gibt zu alte Modelle zu verlangsamen

Apple hat nun offiziell bestätigt, was viele Nutzer und Experten jahrelang vermutet haben: alte iPhone Modelle werden absichtlich verlangsamt. Damit kann eine der ältesten Verschwörungstheorien der Technikwelt als bestätigt erachtet werden. Allerdings ist der Grund, den Apple gibt ein anderer als der von der Öffentlichkeit vermutete. Die Verlangsamung älterer iPhones solle nicht dem besseren Abverkauf der neuen Generationen dienen. Stattdessen soll die Methode die in die Jahre gekommenen Akkus schonen. Diese Begründung hielten manch Betroffene nicht davon ab eine Sammelklage einzureichen.

Erscheint ein neues iPhone mitsamt einer neuen iOS-Version, so scheinen ältere Generationen an Kraft und Saft zu verlieren. Schnell entwickelte sich die Theorie, dass Apple die älteren iPhones bewusst verlangsamt. Der Grund: Nutzer sollen dadurch animiert werden das neueste iPhone zu kaufen. Diese böswillige Verkaufsstrategie konnte dem Konzern aber trotz ausgiebiger Hardwaretests nie nachgewiesen werden. Und auch jetzt hat Apple eine passende und durchaus schlüssige Erklärung dafür, warum ältere iPhones an Performance einbüßen müssen. Kontrovers ist also weniger die Tatsache, dass Apple alte Generationen bewusst verlangsamt, sondern dass es ohne Einverständnis der Nutzer geschieht.

Akkus, ob von Apple oder anderen Herstellern eingesetzt, verlieren nach einigen Monaten und Jahren an Kraft. Das liegt daran, dass mit jeder Auf- und Entladung die Lithium Ionen durch die Schichten wandern und diese langsam erodieren. Bietet ein gänzlich neuer Akku eine Kapazität von 100 %, so sinkt dieser Wert immer weiter ab, bis er vielleicht nur noch 80 % der einstigen Kapazität bietet. Das ist das Schicksal eines jeden Akkus.

Wie die ganze Sache ins Rollen kam? Einem iPhone 6s Besitzer fiel auf, dass sein Modell langsamer arbeitete als das ein Jahr ältere iPhone 6 Plus seines Bruders. Ein Geekbench Test sowie der Austausch des Akkus förderte dann erstaunliche Ergebnisse hervor: das iPhone 6s lief wieder flott wie am ersten Tag. Mit diesen Ergebnissen konfrontiert sah sich Apple gedrängt eine Stellungnahme zu veröffentlichen. Dort hieß es, dass Apple ältere Modelle bewusst verlangsamt werden, um den Akku zu schonen. Dies geschehe immer dann, wenn der Akku „alt, kalt oder gering aufgeladen“ ist. Damit hat Apple also zugegeben bewusst und eigenständig iPhone Modelle zu verlangsamen ohne Zustimmung des Nutzers. Daher rührt die aktuelle Aufregung, denn abseits der technischen Gegebenheiten ist die Entscheidungsfreiheit des Nutzers eingeschränkt worden. Ein Option in den Einstellungen, mit der Nutzer je nach Bedarf die Performance oder Akkulaufzeit priorisiert hätten, wäre eine Alternative. Stattdessen wurde die Öffentlichkeit darüber im Dunkeln gelassen. Spätestens seit einem Jahr, als Apple diese Methode einführte.

Was das Ganze langfristig für Apple bedeutet muss erst beobachtet werden. Klar dürften jetzt viele Apple Foren mit Beschwerden überquellen. In den USA sind bereits Sammelklagen gegen Apple eingereicht worden. Aber wie immer ist Verlass auf Apple’s Marketingabteilung, die aus dieser Geschichte etwas positives dreht. Dabei wäre eine Entschuldigung fürs erste völlig ausreichend.

Bild: pexels.com

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